Geld ist in Paarbeziehungen ambivalent

Ein Beitrag von Michael Mary.

Geld kann in Paarbeziehungen auf unterschiedliche Weise zum Einsatz kommen und unterschiedliche Wirkungen erzeugen. Wenn es in ‘gerader’ Weise angewendet wird, also entsprechend der Logik des jeweiligen Liebesbereiches, dann bestimmt die Beziehung über den Umgang damit. Die Beziehung hat dann gewissermaßen die Hosen an, sie regiert über das Geld mit der Folge, dass die Bindung der Partner gestärkt wird. Kommt Geld hingegen auf ‘schräge’ Weise, entgegen der Logik eines Liebesbereiches, zum Einsatz, kühlt es die Beziehung quasi automatisch auf eine kältere Ebene ab und schwächt die Bindung der Partner.

– Wenn es sich angeblich um Liebesgeld handelt, aber dafür eine Teilhabe erwartet wird, schadet der Vorgang der emotional/leidenschaftlichen Verbindung, die Beziehungstemparatur sinkt von heiß auf warm.

– Wenn es sich angeblich um Freundesgeld handelt, dafür aber eine Leistung gefordert wird, schadet der Vorgang der freundschaftlichen Bindung und die Beziehungstemperatur sinkt von warm auf kühl.

– Wenn es sich angeblich um Partnergeld handelt, damit aber Geschäfte gemacht werden, schadet der Vorgang der partnerschaftlichen Verbundenheit und die Beziehungstemperatur sinkt von kühl auf kalt.

Geld entfaltet in Paarbeziehungen eine ambivalente Wirkung, je nachdem, wie damit umgegangen wird. Es kann die Liebe der Partner fördern oder stören, es kann verbindend oder trennend wirken. Es kann in die eine oder andere Richtung wirken, je nachdem, wie die Partner damit umgehen.

Besserverdienende Frauen

Meine Erfahrung ist, dass die Option, dass der Mann zu Hause bleibt, für Männer nicht in Betracht kommt. Ich bin eine Frau und arbeite in einem Job der relativ gut bezahlt ist. Das Gehalt ist so hoch, dass kein Mann, den ich in den letzten 5 Jahren kennen gelernt habe, mehr verdient als ich. Das verrückte ist, dass die wenigsten Männer mit dieser Situation klar kommen. Ich wurde zuletzt in einer Beziehung quasi erpresst. Im Rahmen der Diskussion um ein Kind hieß es: „Wenn du deinen Job für ein Kind nicht aufgeben wirst, werde ich als Vater nicht zur Verfügung stehen“. Das verkrafte ich bis heute nicht. Der damalige Partner war 36. Meine Hoffnung, dass das Alter bei der Gestaltung der Familie eine Rolle spielt und es jüngeren Männern möglicherweise leichter fällt, tradierte Rollen abzulegen und die Beziehung neu zu definieren, hat sich hier nicht bewahrheitet.
Lea

LiebesGeld: Das Buch zum Blog

Das Buch zum Blog
Das Buch zum Blog

Statt eines üblichen Vorworts möchte ich hier einige typische Fragen beantworten, die im Zusammenhang mit diesem Buch auftauchen.

Worum geht es im Buch? Um ein großes Thema der Liebe, um ihr letztes Tabu : die Verbindung, die Liebe und Geld miteinander eingehen. Aber nicht nur. Es geht auch darum, wie ein Paar mit dem Thema Geld umgehen kann.

Wer sollte dieses Buch lesen? Jeder, der sich dafür interessiert, wie die Liebe das Geld und wie das Geld die Liebe beeinflusst. Aber auch jeder, der konkrete Lösungen für ein Geldthema seiner Beziehung sucht. Und natürlich jeder, der dabei ist, eine verbindliche Beziehung einzugehen, gleichgültig ob mit oder ohne Eheschein, und vermeiden möchte, in typische Fallen bezüglich Liebe und Geld zu geraten.

Handelt es sich um ein wissenschaftliches Buch? Nein. Ich habe das Thema und meine Thesen aus meiner 35-jährigen Erfahrung in der Beratung von Paaren heraus entwickelt. Meine Betrachtung enthält theoretische Aspekte, die stets durch praktische Beispiele aus dem Paarleben untermauert und veranschaulicht werden.

Welchen Nutzen hat das Buch? Das Buch vermittelt in erster Linie Erkenntnisse und Zusammenhänge zum Tabuthema LiebesGeld. Insofern ist es kein Beratungsbuch. Aber aus den vermittelten Grundlagen und Einsichten können Liebespartner selbst ableiten, welcher Umgang mit Geld ihrer – und nur ihrer – Beziehung entspricht. Insofern entfaltet das Buch erhebliche Beratungseffekte. „LiebesGeld: Das Buch zum Blog“ weiterlesen