Anders sein funktioniert nicht

Dieser Beitrag wurde von der Testleserin M.K. verfasst und von mir in das Blog gestellt.

Es hat mir viel Spaß gemacht, die 5 Bände als Testleserin durchzuarbeiten. Abschließend möchte ich gerne noch etwas Allgemeines loswerden:
Eines Ihrer ersten Bücher, das ich las, war „Die Glückslüge“. Zuvor
hatte ich zu diversen  Themen Ratgeberbücher verschlungen und mich
gewundert, dass die Ratschläge bei mir nicht funktionierten. Ihre
„Glückslüge“ hat mich sozusagen desillusioniert, allerdings auch
geerdet – es gibt eben keine einfachen Rezepte, und jeder muss
schauen, dass er (oder sie) mit dem, was Natur und das bisherige
Leben einem gegeben haben, zurecht kommt. Allerdings „funktionierten“
diese  Gedanken und Anregungen für mich, zeigen sie mir doch vor
allem, Vertrauen in meine Selbstwirksamkeit zu haben.

Bei dem Single-Buch nun ist etwas Ähnliches passiert: insgeheim  hatte ich ein paar gute und einfache Rezepte erhofft, die mir an die Hand geben,
wie ich mein Singlesein nun endlich beenden kann. Was ich jedoch
gelernt habe, ist, dass es nichts Simples gibt, sondern dass ich an
einem anderen Menschen neugierig, andererseits auch „bei mir“ bleiben
muss. Dann und nur dann kann sich vielleicht etwas entwickeln. Das hat
mich  einerseits auf den Boden plumpsen lassen, andererseits bestärkt
es mich in meinem Sosein(-dürfen): Tipps, die darauf abzielen, anders
sein zu müssen, als man ist, funktionieren eben nicht – können gar
nicht funktionieren!

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Dieser Beitrag wurde von dem Testleser  T.N. verfasst und von mir in das Blog eingestellt:

Hallo Herr Mary,
schon am Anfang habe ich Ihnen geschrieben, dass mein bester Freund eine gut 50 Jahre alte, intelligente und gut aussehende Frau ist, die im Grunde, auch wenn sie kurze Zeit verheiratet war, seit Jahrzehnten eine Beziehung sucht, die ihren Vorstellungen entspricht. Alles verläuft jeweils genauso, wie Sie es beschreiben. Möglichst bald nach der ersten Begegnung muss geklärt werden, ob daraus die gewünschte Beziehung entstehen kann, und danach bestimmt sich die weitere Vorgehensweise. Wird´s keine Beziehung, dann steht einer Freundschaft nichts im Weg. Aber die Entscheidung ist gefallen – unumstößlich. Aber wehe demjenigen, der als „Beziehungspartner“ im Visier bleibt! Der muss sich dann so verhalten, dass die Beziehung in die gewünschte Form kommt. Gelingt das, erwartungsgemäß, wie Sie sagen werden, nicht, wird auch er aussortiert.

Nun können Sie eine solche Dame zwar vielleicht davon überzeugen, dass es die Beziehung, die sie sich vorstellt, nicht gibt. Aber das wird nicht bewirken, dass sie die Mühe auf sich nehmen will, die mit einer Beziehung und deren Erhalt über die Jahre verbunden ist. Okay, werden Sie sagen, auch das Alleinleben hat Vorteile, vor allem, wenn es wunderbar selbstbestimmt verläuft und nichts fehlt. Freunde, Freizeit und Freiheit, Reisen und Sport – an nichts fehlt es. Oder doch?

Ich habe noch einmal bei Paulo Coelho nachgelesen, dessen esoterischer Kram mich keineswegs überzeugt. „Jedes Leben eines Menschen auf der Erde besteht letztlich in der Suche nach dem Anderen Teil.“ sagt er in seinem Roman „Brida“ – also: Warum nicht weiter suchen?