Erlebte Beratung

Du interessierst Dich für die Methode der Erlebten Beratung? Danke für Dein Interesse. Hier erhältst Du mehr Informationen darüber.

Die Erlebte Beratung ist eine systemisch fundierte Beratungsmethode, die ich im Laufe meiner jetzt fast 40jährigen Beratungstätigkeit entwickelt habe. In sie fließen Erfahrungen und Erkenntnisse sowohl aus meiner Theaterzeit sowie aus meinem therapeutischen Werdegang zusammen.

Mitte der 1970iger begann ich mit Theater-Aufführungen in ‚Mimischer Darstellung‘ und gab Workshops in dieser Methode. Dabei geht man auf die Bühne, ohne über ein Konzept bzw. ein Drehbuch zu verfügen. Man hat nur den Augenblick und stellt innere Reaktionen dar, ohne zu wissen, was im nächsten Moment passiert. Der Spielleiter mag eine Zeitung auf die Bühne werfen oder eine weitere Person hineinschicken oder einen Gegenstand oder er kann was auch immer ihm einfällt tun. Die Darsteller haben lediglich Gesten, Haltungen, Bewegungen und Laute zur Verfügung, um ihr Erleben spontan zu improvisieren – denn Worte sind nicht erlaubt.

Auf diese Weise wird inneres Erleben – Deutungen, Gefühlsreaktionen, Gedanken – im Verhalten verdeutlicht und in den äußeren Raum, also die Bühne, transportiert. So entstehen ‚Figuren‘ – das sind die Darsteller des Inneren Erlebens. Durch eine Figur erhält das jeweilige Erleben sozusagen eine Identität, die sich in Verhalten und Haltungen äußert und für andere sichtbar und nachfühlbar wird. Solche Figuren können beispielsweise Namen tragen wie … Kind … Rebell … Verführerin … Gewalttätiger … Kalte … Naive … Hinterlistiger … Träumer … und tausend andere mehr.

Figuren repräsentieren Identitäten, mit denen Betroffene in bestimmten Situationen oder Lagen identifiziert sind – und genau hier liegt die Schnittstelle des improvisierten Theaters zur Therapie und zur Erlebten Beratung. Denn die Erlebte Beratung geht mit den Figuren um, die an einem bestimmten Problem einer Person beteiligt sind beziehungsweise, die es erschaffen.

Wenn jemand ein Problem hat, dann weil er mit einer bestimmten Identität identifiziert ist, während gleichzeitig andere Identitäten in seiner Psyche mitspielen, mit denen er allerdings nicht identifiziert ist. Dazu ein Beispiel:

Ein Mann kommt in die Beratung, weil er sich von seiner Freundin trennen möchte. Er sagt „Die Sache ist ziemlich eingeschlafen und auch erotisch läuft seit Monaten nichts mehr.“ Er habe nun lange hin und hergegrübelt um zu einer Entscheidung zu kommen, die er seiner Freundin präsentieren kann. Aber er hänge fest, er komme nicht weiter. Seine Freundin wisse von seinen Absichten nichts.

Der Mann ist mit einer Figur identifiziert, der man den Namen geben könnte: „Ein Mann, der die Dinge mit sich selbst ausmacht.“ Er stellt sich vor, alleine zu einer Entscheidung zu kommen, aber ein anderer Teil von ihm hindert ihn daran. Im Gespräch äußert er dann, dass „mir schon viel an meiner Freundin liegt und ich traurig wäre, wenn sie weg wäre.“ Diese Figur könnte man nennen: „Ein Mann, der mit seiner Freundin verbunden ist“. Da der Klient mit dieser Figur nicht identifiziert ist, handelt er nicht als diese. Er teilt sich ihr nicht mit.

Das Problem liegt also im inneren Konflikt zwischen den beiden Figuren, von denen eine das Ich und die andere das Nicht-Ich repräsentieren. Auf die Frage, was ‚Der Mann, der mit seiner Freundin verbunden ist‘ tun würde, antwortet er: „Der würde sich ihr anvertrauen“. „Womit?“ „Mit seiner Unzufriedenheit und seiner Sehnsucht“.

Soweit das Beispiel, das zeigt, wie man Figuren zur Lösungsfindung nutzen kann. In der Erlebten Beratung geht es nun darum beide Figuren – Ich und Nicht-Ich – zu benennen und zum Leben zu erwecken. Beide Figuren sollen in Haltungen, Gedanken und Überzeugungen, Gefühlen, Bewegungen etc. erfahren und erforscht werden. Mit dem Ziel, dass der Klient selbst entscheidet, wer er zuküntig sein oder ‚mehr‘ sein möchte.

Die Figur, mit der jemand identifiziert ist, nenne ich Problemfigur. Die Figur, die unerwünscht in das psychische Erleben eingreift, nenne ich Lösungsfigur. Und zwar nur aus einem einzigen Grund: Weil die psychische Irritation oder Störung sich erst auflöst, wenn das Nicht-Ich zum Ich wird, wenn also die Identität erweitert wird. Wenn das Nicht-Ich stört und nicht verschwindet, kann das Problem nur gelöst werden, wenn man es ins Ich integriert. Dadurch entsteht eine andere Identität respektive eine andere Selbstbeschreibung, und in der Folge davon ein anderes Verhalten, das zu anderen Erfahrungen führt.

Soweit in Kurzform eine Beschreibung eines wesentlichenr Elementes der Erlebten Beratung – der Figuren. Wenn Du Interesse hast, diese Methode kennen zu lernen, weise ich Dich auf den Crash-Kurs in Erlebter Beratung hin, der aus 8 Modulen besteht und in dem ich meine Methode nachvollziehbar vermittle. Zu jedem Modul kannst Du eine kostenlose Video-Vorschau sehen. Und als Bezieher meines Newsletter erhältst Du 25% Rabatt auf alle digitalen Produkte – auch auf diese Fortbildung.

Übrigens war die Erlebte Beratung Grundlage etlicher sehr erfolgreicher Paarberatungs-Sendungen, die ich für den NDR und SWR durchgeführt habe.

Danke für Dein Interesse, wenn Du Fragen hast, zögere nicht, diese zu stellen.