Präzise und anregend

Am Freitag abend habe ich Ihr neues Buch per Post bekommen und es bis gestern abend in einem Rutsch gelesen. Dazu muss ich Folgendes sagen:  Ich habe noch kein Buch in den Händen gehabt, dass so präzise in den Begrifflichkeiten die Problemmöglichkeiten aufzeigte. Dabei ist das Buch so angelegt, dass es keine Patentrezepte und keine abschließenden Lösungen darbietet, sondern dazu anregt, sich mit den jeweiligen Situationen zu beschäftigen und seine eigenen Erfahrungen kritisch zu hinterfragen. Dann wird klar, wie kompliziert gerade das Thema von Geben und Nehmen in Paarbeziehungen ist.  Gratuliere zu diesem gelungenen Buch, ich kann es nur jedem empfehlen.

Nachdem ich Ihr Buch „Liebe will riskiert sein“ gelesen hatte, war mir noch etwas unklar, weshalb so manche Unterscheidung sich mir nicht sofort erschlossen. Daher habe ich auch nochmals dieses Buch zur Hand genommen. Es kam mir fast so vor, als wäre das neue Buch eine  Erweiterung eines Kapitels, welches noch in das erste gehört.

Zu mir: Als gelernter und studierter Kaufmann, der seinen Lebensunterhalt nach einem Zweitstudium mit Unterricht in den Fächern Sozialpädagogik und Religion verdiente, habe ich viel im Bereich Liebe, Partnerschaft und Sexualität gearbeitet.  Hierbei war Unterricht das eine,  Gruppenarbeit und Projektarbeit ein wesentlicher anderer Teil.  Nebenher habe ich auch mehr als 40 Jahre als Coach für verschiedene Berufsgruppen gearbeitet. An die 70 Lehrer und etwas mehr als 25 Sozialarbeiter/Sozialpädagogen wurden betreut.

Karl

Nachtcafe im SWR zum LiebesGeld

„Die Liebe und das liebe Geld“ ist Thema der Talkshow ‚Nachtcafe‘ vom 30.9. Neben interessanten Gästen ist Michael Mary als Experte bei der Runde des Moderators Michael Steinbrecher eingeladen.

nachtcafe30-9-16Die Gäste schildern den teils folgenreichen Umgang mit Geld in ihren Paarbeziehungen. Einige Beispiele zeigen klar den ’schrägen‘ Umgang mit Geld. Solch ein ’schräger‘ Umgang liegt vor, wenn beispielsweise mit Partnergeld ‚heiß‘ statt ‚kühl‘ umgegangen wird, wenn also ein Partner seinen Beitrag zum partnerschaftlichen Bereich der Beziehung schenkt, anstatt darüber ‚kühl‘ zu verhandeln und der andere das Geschenk annimmt, anstatt eine gleichartige Leistung zu erbringen.

Sie können sich die Sendung hier ansehen.

Halbes Haus weg

Dieser Beitrag wurde von einer Leserin, die anonym bleiben möchte, zugesendet. Nennen wir sie „Jutta“.

Ich war verheiratet mit einem viel jüngeren Mann (24 Jahre jünger). Nach meinem 65. Geburtstag – wir waren da schon 18 Jahre verheiratet – habe ich ihm aus Fairness die Hälfte des von mir gebauten und bezahlten Hauses überschrieben. Kurz darauf kam heraus, dass er seit Jahre Nebenbeziehungen führt und in Online-Foren nach einer neuen Partnerin suchte. Mir hat er all die Jahre nur betont, dass er mich liebt. Ich verließ ihn.

Meine Grosszügigkeit bezüglich des Hauses wurde mir bei der Aufteilung der Finanzen zum Verhängnis. Das Haus war für die gemeinsame Altersvorsorge gedacht.

Vermögensaufbau / Altersvorsorge für Frauen

Ein Beitrag von Helma Sick.

Männer fangen in der Regel schon mit Anfang 20 an zu sparen – Frauen nicht. Nach meiner Erfahrung schieben sie Vermögensbildung oft auf bis Mitte/Ende Dreißig. Sie verlieren damit wertvolle Jahre für den Vermögensaufbau, Jahre in denen ihr Geld für sie „arbeiten“ kann. Außerdem ist es ja sinnvoll, mit der Vermögensbildung anzufangen, solange noch keine Familie zu versorgen ist und in dieser Zeit schon den Grundstein zu legen für späteren Wohlstand.

Für alle Frauen, die eine Familie gründen wollen, empfehle ich die Riester-Rente. Sie ist nach wie vor ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge. Für Frauen ist sie ideal, weil der finanzielle Beitrag sich den unterschiedlichen Erwerbszeiten anpasst. So muss eine Frau während der Elternzeit nur 5 Euro im Monat einzahlen und erhält trotzdem die staatlichen Zulagen. Und diese Zulagen können sich sehen lassen: Für jedes nach 1.1.2008 geborene Kind gibt es 300 Euro pro Jahr, für sie selbst 154 Euro Grundzulage. Eine Frau mit zwei Kindern erhält also jährlich 754 Euro vom Staat geschenkt – Geld das sie nicht selbst sparen muss.

Wer schon eine Riester-Rente hat oder keine will und auf hohe Sicherheit Wert legt, ist mit einer privaten Rentenversicherung gut bedient. Diese gibt es mittlerweile in verschiedenen interessanten Varianten. Wer selbständig ist und gut verdient. kann über eine Rürup-Rente für das Alter vorsorgen und gleichzeitig ziemlich viel Steuern sparen. Darüber hinaus sind Fonds in jeder Lebenssituation eine interessante Geldanlage. Sie bieten eine enorme Risikostreuung und sie sind flexibel – es kann einmalig oder monatlich eingezahlt werden. Nachzahlungen sind jederzeit möglich. Wer in diesen extremen Niedrigzinszeiten noch eine gute Rendite erzielen will, muss etwas mehr Risiko in Kauf nehmen: Wer jung ist und eine lange Anlagezeit einplanen kann, mit Aktienfonds. Wer weniger Risiko möchte oder nicht mehr so lange Zeit hat, mit Mischfonds, die nur zum Teil Aktien enthalten.

Die Vermögenssituation sollte alle paar Jahre überprüft werden, ob sie noch dem Einkommen und den Zielen und Wünschen entspricht.

Zur finanziellen Situation von Frauen

Ein Beitrag von Helma Sick.

Wir haben die bestausgebildetste Frauengeneration, die es je gab. Und viele Frauen stehen auch finanziell auf eigenen Füßen. Aber es gibt leider immer noch viel zu Viele, die ein paar Jahre berufstätig sind, heiraten, Kinder bekommen und dann für viele Jahre aus dem Erwerbsleben verschwinden. Um Jahre später als Minijobberin oder Teilzeitbeschäftigte wieder aufzutauchen.

Und das spiegelt sich dann natürlich in der Höhe der Altersrente nieder: 2014 lagen Männerrenten in den alten Bundesländern bei 1020€ (neue Bundesländer 1111€), Frauenrenten bei 618€ (neue Bundesländer 824€).

Frauen, die sich auf so ein Lebensmodell einlassen, gehen also ein existentielles Risiko ein für den Fall, dass ihre Ehe scheitert, und das ist immerhin in Großstädten bei jeder zweiten Ehe der Fall. Das Risiko ist deshalb existentiell, weil Frauen mit so einer Erwerbsbiographie häufig beruflich nicht mehr den Anschluss finden, wenn sie wieder einsteigen wollen. Und weil es – im Fall der Scheidung – seit 2008 ein neues Unterhaltsrecht gibt. Danach ist jeder Partner materiell für sich verantwortlich. Unterhalt gibt es nur noch, wenn Kinder bis zum Alter von drei Jahren zu versorgen sind.

Auf ganz dünnem Eis stehen Frauen in nicht ehelichen Beziehungen, wenn sie wegen der gemeinsamen Kinder längere Zeit aus dem Beruf aussteigen. Für sie gibt es keinerlei Absicherung, sollte die Beziehung scheitern.

Warum verhalten sich Frauen so? Es ist halt vordergründig bequem, sich keine Gedanken über Altersvorsorge etc. machen zu müssen. Und es ist auch bequem, sich in der Sicherheit zu wiegen, dass die eigene Ehe lebenslang hält. Dass es aber, wenn die Beziehung auseinander geht, höllisch unbequem werden kann, daran denken viele Frauen nicht. Aber nicht nur das: Der Mann kann beispielsweise seinen Arbeitsplatz verlieren, er kann schwer erkranken. Das ist alles leichter zu ertragen, wenn das Familieneinkommen auf zwei Schultern ruht.

Der Lebensplan junger Frauen muss deshalb anders aussehen: Elternzeit möglichst mit dem Partner teilen. Staatliche Hilfe in Anspruch nehmen (Elterngeld, Elterngeld Plus) und möglichst bald über Teilzeit wieder zum Vollzeitjob zurück finden.

Wer sich trotz der Risiken für ein traditionelles Ehemodell entscheidet, muss über einen Ehevertrag die Versorgung sicherstellen. Unverheiratete Frauen in Partnerschaften sollten dies unbedingt mit einem Partnerschaftsvertrag tun.

Ein Mann ist keine Altersvorsorge

Ein Mann ist keine Altersvorsorge: Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist
Ein Buch der Finanzberaterin Helma Sick und der ehemaligen Familienministerin Renate Schmidt.

Viele Frauen stehen heute finanziell auf eigenen Füßen. Aber es gibt immer noch Frauen, die sich auf einen Versorger verlassen und darauf vertrauen, dass die große Liebe schon hält. Die Realität sieht leider anders aus. Nach einer Trennung droht gerade Frauen, die ihren Beruf für die Familie aufgegeben haben, häufig eine schmerzhafte Altersarmut.

Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Kösel-Verlag
Preis: 16.99 €

Besserverdienende Frauen

Meine Erfahrung ist, dass die Option, dass der Mann zu Hause bleibt, für Männer nicht in Betracht kommt. Ich bin eine Frau und arbeite in einem Job der relativ gut bezahlt ist. Das Gehalt ist so hoch, dass kein Mann, den ich in den letzten 5 Jahren kennen gelernt habe, mehr verdient als ich. Das verrückte ist, dass die wenigsten Männer mit dieser Situation klar kommen. Ich wurde zuletzt in einer Beziehung quasi erpresst. Im Rahmen der Diskussion um ein Kind hieß es: „Wenn du deinen Job für ein Kind nicht aufgeben wirst, werde ich als Vater nicht zur Verfügung stehen“. Das verkrafte ich bis heute nicht. Der damalige Partner war 36. Meine Hoffnung, dass das Alter bei der Gestaltung der Familie eine Rolle spielt und es jüngeren Männern möglicherweise leichter fällt, tradierte Rollen abzulegen und die Beziehung neu zu definieren, hat sich hier nicht bewahrheitet.
Lea

LiebesGeld: Das Buch zum Blog

Das Buch zum Blog
Das Buch zum Blog

Statt eines üblichen Vorworts möchte ich hier einige typische Fragen beantworten, die im Zusammenhang mit diesem Buch auftauchen.

Worum geht es im Buch? Um ein großes Thema der Liebe, um ihr letztes Tabu : die Verbindung, die Liebe und Geld miteinander eingehen. Aber nicht nur. Es geht auch darum, wie ein Paar mit dem Thema Geld umgehen kann.

Wer sollte dieses Buch lesen? Jeder, der sich dafür interessiert, wie die Liebe das Geld und wie das Geld die Liebe beeinflusst. Aber auch jeder, der konkrete Lösungen für ein Geldthema seiner Beziehung sucht. Und natürlich jeder, der dabei ist, eine verbindliche Beziehung einzugehen, gleichgültig ob mit oder ohne Eheschein, und vermeiden möchte, in typische Fallen bezüglich Liebe und Geld zu geraten.

Handelt es sich um ein wissenschaftliches Buch? Nein. Ich habe das Thema und meine Thesen aus meiner 35-jährigen Erfahrung in der Beratung von Paaren heraus entwickelt. Meine Betrachtung enthält theoretische Aspekte, die stets durch praktische Beispiele aus dem Paarleben untermauert und veranschaulicht werden.

Welchen Nutzen hat das Buch? Das Buch vermittelt in erster Linie Erkenntnisse und Zusammenhänge zum Tabuthema LiebesGeld. Insofern ist es kein Beratungsbuch. Aber aus den vermittelten Grundlagen und Einsichten können Liebespartner selbst ableiten, welcher Umgang mit Geld ihrer – und nur ihrer – Beziehung entspricht. Insofern entfaltet das Buch erhebliche Beratungseffekte. „LiebesGeld: Das Buch zum Blog“ weiterlesen